Projekt 235

Sport handelt fair-Fairness nicht nur auf dem Sportplatz

Dieses Projekt wurde im Dezember 2025 abgeschlossen.

Mehr als 23 Mio. Menschen sind in Deutschland in einem Sportverein aktiv. Hier treffen sich Menschen verschiedensten Alters, mit unterschiedlicher Herkunft und aus verschiedenen Lebensrealitäten. Vereine bilden wichtige Gemeinschaften in einer Kommune. In Zeiten von multiplen Krisen lässt sich Verantwortung nicht mehr delegieren. Auch und gerade im Sport, dem Träger von Fairness, Regeln und Integration. Spätestens seit Corona ist klar. Wir sind eine Welt und alle sind von allen abhängig. So ist es nicht nur bei der Herstellung von Masken, sondern erst recht bei der Herstellung von Kleidung, Sportgeräten, Nahrung etc.

Selbst das günstigste Produkt „Made in China oder Bangladesch“ hat seinen Preis, der nicht auf dem Preisschild steht. Den Preis zahlen Menschen oftmals Kinder, die ohne Arbeitsschutz und ohne Umweltstandards arbeiten müssen.

Da Fairness nicht am Spielfeldrand endet, wollte der Verein Rhein.Main.Fair e.V. in Kooperation mit vielen Kooperationspartnern wie Kommunen, Kirchen, der Zivilgesellschaft, Sportkreisen und Vereinen das Thema in die Breite tragen.

Ziel des Projektes war es, die Handlungsoptionen für Vereine und Kommunen im Bereich der Nachhaltigkeit im Sinne der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinen Nationen durch verschiedene Formate, Kooperationspartner und Zielgruppen aufzuzeigen und zu ermutigen. Rhein.Main.Fair e.V. ist die Plattform und das Netzwerk für Nachhaltigkeit für Kommunen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft in der europäischen Metropolregion FrankfurtRheinMain.

Maßnahme 1 Broschüre “Sport handelt fair”
In der erstellten Broschüre “Sport handelt fair” wird Vereinen wie auch Kommunen eine Einführung in das Thema Nachhaltigkeit und konkrete Umsetzungsbeispiele an die Hand gegeben. Gleichzeitig werden verschiedene Perspektiven eingenommen. Innerhalb des Vereins (Vorstand, Übungsleiter*innen, Mitglieder) und Kommune (Amtsträger*innen, Mandatsträger*innen, Sportämter) werden die verschiedenen Handlungsoptionen aufgezeigt und mit Beispielen unterlegt.

Maßnahme 2 Ausstellung “Fairplay nicht nur auf dem Sportplatz – mein Beitrag für eine nachhaltige Welt”
Die Broschüre und die Ergebnisse der Veranstaltungsreihe sind komprimiert auf 12 Bildtafeln gebraucht und gestaltet. Diese Ausstellung wird als PDF versandt und kann von den Vereinen oder Kommunen mit Infos oder weiterführendes Material aus dem eigenen Engagement ergänzt werden. Diese Tafeln können dann in den jeweiligen gewünschten Formaten ausgedruckt werden. So können z.B. Sportevents oder Sommerfeste oder auch Faire Frühstücke niederschwellig mit Inhalten und weiterführenden Informationen ergänzt werden.

Maßnahme 3 Broschüre “Fußball und Menschenrechte in der Kita””
Rhein.Main.Fair e.V. ist Projektträger der Faire KiTa in Hessen und Rheinland-Pfalz. Kitas sind in jeder Kommune wichtige Bildungseinrichtungen, die das Engagement von Kommunen und/oder Träger der Einrichtungen im Bereich der Nachhaltigkeit verstärken, unterstützen und verstetigen können. Fußball hat in unserer Gesellschaft eine besondere Stellung: Er verbindet viele Menschen über alle Personen und Berufsgruppen hinweg. Die Begeisterung für diesen Sport startet für manche bereits im Kindesalter und verbindet Generationen. Leider hat der Fußball aber auch eine dunkle Seite: Vieles, was benötigt wird, um diesen Sport auszuüben, wird in anderen Teilen der Welt produziert – oft unter Missachtung von grundlegenden Arbeitsrechten und mit verheerenden Folgen für die Umwelt. Die Austragung der Fußballspiele wiederum trägt zu einem erhöhten Ausstoß an CO2, großen Müllmengen und einem gesteigerten Energieverbrauch bei. Das betrifft große Sportturniere genauso wie im kleinen Maßstab Sportveranstaltungen von regionalen Vereinen und Bildungseinrichtungen. Die gute Nachricht: Immer mehr Menschen wissen, dass sie durch ihr Konsumverhalten Nachhaltigkeit stärken und zum Schutz von Arbeits-, Menschen- und Kinderrechten beitragen können.

Maßnahme 4 Veranstaltungsreihe – ”Mein Verein ist nachhaltig. Große Veränderungen beginnen im Kleinen”
In kurzen virtuellen Veranstaltungen hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, von den Erfahrungen zu lernen und mit Nachfragen zu vertiefen. Die Veranstaltungen wurden breit gestreut, so dass Verwaltungsmitarbeitende wie auch Ehrenamtliche in Vereinen und Mandatsträger*innen teilnehmen konnten. Die folgenden Veranstaltungen haben stattgefunden:

  1. “Mein Verein wird klimaneutral! 2. September 2025
    Der TuSpo Beilstein (der erste Sportverein, der durch den TÜV Rheinland für sein nachhaltiges Wirtschaften zertifiziert wurde) hat über seine Nachhaltigkeitsstrategie informiert, um das Ziel “Klimaneutralität” zu erreichen. Thematisiert wurden die folgenden Aspekte: – Energetische Sanierung und insektenfreundliche Gestaltung der Sportstätte – Mobilität – Öko-soziale Beschaffung von Sportgeräten und Textilien – Kooperationsveranstaltungen z.B. mit dem BUND in der Anpflanzung von Bäumen Ergänzt wurden diese Ausführung durch einen Vertreter des Hess. Landessportbund, der den gesetzlichen Rahmen wie auch die Unterstützungsmaßnahmen aufzeigte.
  2. “Das Sommerfest wird plastikfrei” 20. August 2025
    Die Verbraucherzentrale Hessen berichtete über die Notwendigkeit der Reduktion von Plastik, die gesetzlichen Herausforderungen wie auch die Alternativen. 4 Eine Mitarbeiterin der Stadt Eltville zeigte konkrete Handlungsoptionen einer Kommune bei der Vergabe und Ausrichtung von Stadtfesten auf.
  3. “Wenn es um die Wurst geht” 10. November 2025
    Warum ein vielfältiges Speisenangebot mit veganen und vegetarischen Alternativen für Eintracht Frankfurt Sinn macht. Es gibt wohl kaum ein Thema, was die Emotionen so bewegt wie das Essen. Dies ist gut so, immerhin ist Essen mehr als nur Nahrungsaufnahme, es ist Genuss und vielfach auch Kult wie die “Wurst im Stadion”. Die Teilnehmende konnten sich ein Bild von der Nachhaltigkeitsstrategie eines Profi- Fußballvereins (Eintracht Frankfurt) machen, von den Herausforderungen wie auch von Handlungsoptionen. So ist das Angebot (immerhin 1/3 der Speisen im Stadium sind vegetarisch) eingebettet in Fragen rund um Mobilität, Abfall, Lieferketten, und den energetischen Betrieb des Stadiums. Dadurch erhält dies einen größeren Rahmen und wird etwas von dem Klein/Klein der oftmals emotional geführten Diskussion “vegane Wurst” weggeholt.
  4. “Sport handelt fair” geplant am 6. November 2025, ist verlegt auf 2026
    Aus organisatorischen Gründen musste die Veranstaltung mit dem folgenden geplanten Inhalt verlegt werden: Dass Fairplay nicht am Spielfeldrand aufhört, zeigt dieses Beispiel aus Oberursel. Die Spielerinnen und Spieler liefen in der abgelaufenen Saison in eigens gestalteten Fairtrade-Hoodies auf, boten bei Heimspielen Fairtrade-Produkte an, und trainierten mit Fairtrade-zertifizierten Bällen. Der Umweltbeauftragter der Stadt, berichtet von der Entstehung dieser Partnerschaft. Und welche Möglichkeiten Sportvereine im Bereich Faire Beschaffung haben, wird vom Global Nature Fund, Projekt “Fair Wear Works”) aufgezeigt.
  5. “Soziale Nachhaltigkeit und Kindeswohl im Verein” am 12. November 2025
    Die Nachhaltigkeitsziele beziehen sich nicht nur auf den globalen Süden, sondern natürlich auch auf Deutschland. Deshalb ist die Frage, wie ein Verein mit der Vielfalt aus Menschen aus 175 Nationen, verschiedenen Generationen umgeht, und dabei versucht allen gerecht zu werden, eine in unseren Zeiten eine höchst spannende. Die Nachhaltigkeitsbeauftragte der SG Bornheim 1945 e.V. hat über die Herausforderung von Vorstand, über Übungsleiter*innen bis hin zu den Mitgliedern berichtet und wie damit umgegangen wird.

Maßnahme 5: Fachtagung FaireKita Kinderrechte und Wo kommt der Fußball her?
Am 28.11.2024 veranstaltete der Verein Rhein.Main.Fair eV. in Kooperation mit dem Kreis Groß-Gerau und dem Evangelischen Dekanat Groß-Gerau – Rüsselsheim (Geschäftsstelle Kindertagesstätten) einen Fachtag zum Thema Kinderrechte – Wo kommt unser Fußball her? für KiTas. Landrat Thomas Will begrüßte im Landratsamt etwa 60 Mitarbeitende aus frühkindlichen Bildungseinrichtungen im Kreis. Ziel der Veranstaltung war, Kinderrechte mehr in den Fokus zu rücken. Daran arbeitet der Verein Rhein.Main.Fair mit seinem Projekt FaireKITA. Zu den Zielgruppen des Fachtags zählten Fachpersonal, Kita-Träger, Kita-Leitungen, Elternbeiräte und Kirchenvorstände. Es ging sowohl um die Vernetzung der Einrichtungen als auch um die Weiterbildung von Mitarbeitenden der frühkindlichen Bildung. Ein kurzes Video vom Fachtag ist hier zu finden.

Das Projekt wurde von der Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region mit 8.660,49 € bezuschusst.